Tarifrunde ö. D. 2017

    Auftakt der Tarifverhandlungen

    Tarif- und Besoldungsrunde 2017 - Auftakt der Tarifverhandlungen

    Berlin, 18. Januar 2017

    Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer haben in Berlin begonnen. Der erste Verhandlungstermin ist ohne Ergebnis geblieben; die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. „Es gibt von beiden Seiten das Interesse, die Verhandlungen konstruktiv zu führen“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske nach der ersten Verhandlungsrunde.

    Die Verhandlungspartner haben sich in der Landesvertretung von Baden-Württemberg getroffen. Empfangen wurden sie vor dem Gebäude trotz eisiger Kälte von reichlich 300 Beschäftigten aus Berlin, die lautstark ein Zeichen dafür setzen wollten, „dass wir es ernst meinen mit unseren Forderungen“!

    „Wir wollen eine bessere Bezahlung für unsere Kolleginnen und Kollegen“, hieß es klar und deutlich auf der kurzen Kundgebung vor der Landesvertretung. Das sei auch für sie am wichtigsten, erklärte eine Sozialarbeiterin aus Berlin-Kreuzberg. Auf dem Transparent ihrer Kolleginnen stand: „Jugendamt in Not! Kinderschutz braucht Zeit und Geld!“

    Bild zeigt Kolleginnen und Kollegen, die vor Beginn der Verhandlungen
in Berlin für ihre Forderungen demonstrieren. Kay Herschelmann Kolleginnen und Kollegen demonstrieren vor Beginn der Verhandlungen in Berlin für ihre Forderungen

    ver.di fordert in dieser Tarifrunde Gehaltserhöhungen und strukturelle Verbesserungen der Eingruppierung der Beschäftigten, vor allem für den Sozial- und Erziehungsdienst, im Volumen von sechs Prozent mit einer sozialen Komponente und die Einführung einer Stufe 6 ab der Entgeltgruppe 9. Es geht außerdem um die Übernahme der Azubis nach ihrer Ausbildung und die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamt/innen und Versorgungsempfänger/innen.

    Ein Anstieg der Steuereinnahmen um 4,8 Prozent im Jahr 2016, prognostizierte 2,6 Prozent im Jahr 2017 und 3,8 Prozent 2018 würden ausreichend Spielräume für diese Forderungen bieten, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Der Lohnabstand zu den kommunalen Beschäftigten und zu denen des Bundes liege zurzeit bei 1,6 Prozent, ab Februar bei 4 Prozent. „Deshalb ist es Zeit, deutlich aufzuschließen und Anschluss zu finden an die Entwicklungen in anderen Branchen“, unterstrich Bsirske.