Vermessung und Kartographie

    OpenData kostet

    OpenData kostet

    In allen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland gibt es mittlerweile Geodatengesetze oder sie sind geplant. Die meisten von ihnen regeln die kostenlose Abgabe von Geodaten staatlicher Stellen an Dritte. Dabei gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, zum Beispiel beim Genauigkeitsgrad oder der Inhaltstiefe der abgegebenen Daten.

    Mittlerweile haben sich viele Bürger/innen, Institutionen und Firmen an eine kostenlose Nutzung von Internetdiensten und GIS Systemen gewöhnt, die auf Geodaten basieren. Sie sind aus dem modernen Alltag nicht mehr wegzudenken und werden immer wichtiger.

    Grundlage der geobasierten Programme sind oft die Geodaten von öffentlichen Stellen die unter dem Einsatz von Steuermitteln durch Vermessungsbehörden und Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure generiert wurden und nun kostenlos unter dem Stichwort OpenData zur Verfügung gestellt werden sollen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die abgegeben Daten von der erforderlichen Genauigkeit sind und die nötige Homogenität der Inhalte aufweisen, um sie übergreifend nutzen zu können.

    Dieser Anspruch an die öffentlichen Geodaten ist nur zu erfüllen, wenn die notwendigen Mittel und insbesondere gut ausgebildete Fachleute zur Verfügung stehen.

    Kosten
    Die öffentlichen Stellen, die bisher ihre Kosten zumindest teilweise durch Einnahmen aus dem Datenverkauf gedeckt haben, sind künftig mit ausreichend finanziellen Mitteln auszustatten, um die abzugebenden Daten auch weiterhin in einer für die Nutzer notwendigen sehr guten Qualität vorzuhalten.

    Der Verzicht auf Verkaufserlöse darf bei den Mitteln für Befliegungen, Referenzmessungen, Einmessungen von topgraphischen Objekten usw. nicht dazu füh-ren, dass sich aktuelle Geodaten langsam in „bunte“ Bilder verwandeln, die vielleicht schön aussehen, aber für den Nutzer nicht mehr zu gebrauchen sind. Der Standort Deutschland benötigt dringend verlässliche, genaue und einheitliche Geodaten, um weiter wachsen zu können.

    Es ist wichtig, dass zukünftig erheblich mehr Mittel für die Geodaten zur Verfügung gestellt werden!

    Personal
    Die Bearbeitung muss durch gut aus-gebildete Fachleute erfolgen.
    Gegenwärtig befinden sich fast alle Vermessungsbehörden bundesweit in der Phase eines durch politische Ideologien geprägten dramatischen Personalabbaus. Es steht zu befürchten, dass diesem in Kürze wegen des hohen Durchschnittsalters der Beschäftigten und der demographischen Entwicklung eine weitere Personalreduzierung folgen wird, weil sich kaum noch Bewerber für freie Arbeitsplätze finden lassen.

    Dieser Entwicklung muss schon jetzt entgegengesteuert werden. Gerade die neuen betrieblichen Berufsbilder Geomatiker und Vermessungstechniker sind dafür geschaffen, die zukünftigen Herausforderungen auf dem Gebiet der Geodaten zu meistern und die Daten in einer optimalen Qualität aufzubereiten und zu führen.

    Deshalb:

    • Kein weiterer Personalabbau, Übernahme der Auszubildenden
    • Vermessungstechnikerausbildung wieder stärken und ausbauen
    • Geomatikerausbildung neu schaffen oder ausbauen
    • Bezahlung attraktiver gestalten – tarifliche Regelungen verbessern