Justizvollzug

    ver.di-Bundesarbeitskreis Bewährungshilfe/Soziale Arbeit in der …

    ver.di-Bundesarbeitskreis Bewährungshilfe/Soziale Arbeit in der Justiz positioniert sich

    Der ver.di-Bundesarbeitskreis Soziale Arbeit in der Justiz erarbeitete auf einem bundesweiten ver.di-Treffen der BewährungshelferInnen und in der Justiz tätigen SozialarbeiterInnen im Juni 2013 in Fulda die folgenden Positionierungen.

    Bessere Personalausstattung anstatt elektronischer Fußfessel!

    Mit der elektronischen Aufenthaltsüberwachung (EAÜ) soll der Aufenthalt von Haftentlassenen kontrolliert werden, um weitere Straftaten zu verhindern.

    Seit Januar 2011 kann im Rahmen der Führungsaufsicht einer verurteilten Person die Weisung erteilt werden, „technische Mittel zur Aufenthaltsüberwachung“ bei sich zu führen. Verstöße gegen diese Weisung können mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden oder auch zur Anordnung der Sicherungsverwahrung führen.

    In der Regel werden Sexualstraftäter zum Tragen der „Fußfessel“ verpflichtet. Allerdings sind die statistischen Fallzahlen im Bereich der schweren Sexualdelikte seit Jahren rückläufig. Sollte dieser Umstand dem Gesetzgeber entgangen sein?

    Dennoch sah sich die Politik veranlasst, mit dem „Gesetz zur Neuordnung des Rechts der Sicherungsverwahrung“ neben anderen sinnvollen und wirksamen Maßnahmen, die elektronische Fußfessel einzuführen. Nicht weil sie besondere effizient ist, sondern weil sie sich in der Öffentlichkeit „gut verkaufen“ lässt.

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    Risikomanagement Bewährungshilfe

    Die Arbeit der Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer hat sich in erster Linie - entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des Strafgesetzbuches (StGB) und der anerkannten Grundsätze professioneller sozialer Arbeit - am Hilfs-, Betreuungs- und Kontrollbedarf sowie an den vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen ihres Klientels zu orientieren.

    Risiko durch Risikoorientierung?!
    Die Analyse von „Risikoaspekten“, die zu unerwünschten Verhalten der Probanden führen können, gehört unter dieser Prämisse von je her zur Arbeit der Bewährungs-helferinnen und Bewährungshelfer. Eine standardisierte Einordnung des Klientels in „Risikogruppen" mit einer daraus abgeleiteten Arbeitsweise reduziert Klienten unzulässig auf ihr „Tätersein“ und behindert die ganzheitliche Betrachtungsweise der Person.

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