verdikt

    verdikt 1.16

    verdikt 1.16

    [E D I T O R I A L]

    verdikt 1.16 ver.di verdikt 1.16

    Alles neu macht der Mai, so heißt es. Wer das Impressum von verdikt betrachtet (was gewiss nicht viele von Ihnen tun), dem wird auffallen, dass es etwas kürzer geworden ist: Die Redaktion hat sich verkleinert. Bernd Asbrock, Hans-Ernst Böttcher und Helmut Kramer sind aus ihr ausgeschieden. Verdikt verdankt diesen drei Vorkämpfern für richterliche Unabhängigkeit, für ein humanes Strafrecht und für eine Rechtsgeschichtskultur, die diesen Namen verdient, sehr, sehr viel. Ihre Anstöße und ihre Leidenschaft haben das Bild der 98 Ausgaben, die es von ÖTV in der Rechtspflege und verdikt bis Ende 2015 gegeben hat, entscheidend geprägt. Und sie haben alle versprochen, uns auch weiter mit Beiträgen zur Verfügung zu stehen. Nur die Last der Redaktionsarbeit möchten sie nicht mehr so intensiv tragen wie bisher.

    Da sind wir also, wir vier Hinterbliebenen und hoffen, den hohen Maßstäben, die unsere drei „elder statesmen“ gesetzt haben, einigermaßen gerecht zu werden. Themen, zu denen verdikt sich äußern kann und sollte, gibt es ja nach wie vor genügend. Einige sind und bleiben Dauerbrenner wie die Frage einer unabhängigen Justiz, zu der sich Peter Alexis Albrecht noch einmal äußert (siehe S. 22). Das gilt ebenso für die geplanten Handelsabkommen zwischen EU und Kanada bzw. den USA (siehe dazu die Beiträge auf S. 5 und 6). Verdikt bleibt auch der Rechtsgeschichte treu, die uns immer wieder daran erinnern sollte, was im Namen des deutschen Volkes einmal geschah und wie die Justiz nach dem zweiten Weltkrieg damit umgegangen ist. (Beiträge von Böttcher S. 29 und Falk S. 30) Gerade deshalb haben wir auch in der „Flüchtlingskrise“ (wieso eigentlich Krise? Leben wir wirklich im Ausnahmezustand, wie uns die Rechten einschließlich einiger Verfassungsrechtler weismachen wollen?) als Justiz eine besondere Verantwortung. Nehmen wir sie wahr! Hierzulande ist das – offenbar im Gegensatz zur Türkei (siehe unseren Brennpunkt) – noch möglich.

    Für die Redaktion
    Uwe Boysen

    Mehr hierzu und zu weiteren Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe der verdikt.