verdikt

    verdikt 1.05

    verdikt 1.05

    Titelseite der verdikt verdi verdikt 1.05

    [E D I T O R I A L]

    Europa steckt nach der Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden in der Krise, so ist es allenthalben zu lesen und zu hören. Für die Zusammenarbeit demokratischer Richterorganisationen wie MEDEL gilt das nicht. Das belegen eindrucksvoll die Beiträge über das 20-jährige Jubiläum der Europäischen Richter für Demokratie und Grundrechte (vgl. Böttcher und Strecker, S. 4 bzw. S. 7).

    Sicherlich überheben sich Juristinnen und Juristen, wenn sie meinen, sie könnten den Motor der Europäischen Vereinigung darstellen. Und doch ist unverkennbar, dass wir viel dazu beitragen können, dass die Dame, die von einem Stier entführt wurde und die unserem Kontinent den Namen gab, nicht auf Abwege gerät. Die Vielfalt unserer kulturellen und juristischen Erfahrungen darf unter der europäischen Integration nicht ungebührlich leiden, so wie wir uns auch in der deutschen Justiz immer für Pluralität und gegen Gleichmacherei eingesetzt haben, wenn es um die Bewertung politischer Meinungsäußerungen ging. Doch brauchen wir heute mehr denn je eine große Kraftanstrengung, den Gedanken eines solidarischen und sich nicht argwöhnisch belauernden Europas Wirklichkeit werden zu lassen. Sonst gibt es eines Tages wieder Jahrestage europäischer Katastrophen zu „begehen“.

    Mehr hierzu und zu weiteren Themen finden Sie in der Ausgabe 1.05, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann.