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    SSK - Rund 500 BEM Fälle bei der Air Force

    SSK - Rund 500 BEM Fälle bei der Air Force

    US Air Force:  Rund 500 offene BEM - Fälle

    Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist eine Aufgabe des Arbeitgebers mit dem Ziel, Arbeitsunfähigkeit der Beschäftigten eines Betriebes oder einer Dienststelle möglichst zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz des betroffenen Beschäftigten im Einzelfall zu erhalten. Im weiteren Sinne geht es um ein betriebliches Gesundheitsmanagement zum Schutz der Gesundheit der Belegschaft.  Der Arbeitgeber ist laut § 84 Abs. 2 SGB IX zu einem BEM verpflichtet, wenn ein Beschäftigter im Laufe der vergangenen zwölf Monate länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig war. Um den betreffenden Personenkreis zu ermitteln, werden monatlich Auswertungen über die Krankenstände der Mitarbeiter von der zuständigen Personalstelle erhoben. Bei wiederholter Arbeitsunfähigkeit kann die Bedingung zur Einleitung des BEM-Verfahrens bereits nach insgesamt mehr als 30 Fehltagen (Krankentagen) innerhalb der vergangenen zwölf Monate erfüllt sein.

    Sollte das Angebot vom Beschäftigten abgelehnt werden, wäre das Verfahren an dieser Stelle abgeschlossen.

    Nach Zustimmung des betroffenen Mitarbeiters zu diesem Verfahren findet das Erstgespräch entweder mit dem BEM-Verantwortlichen alleine oder mit weiteren Beteiligten statt. Ziel dieses Gesprächs ist es, zu ergründen, welche Gründe es für diese Fehlzeiten gibt und ob diese Krankenzeiten ursächlich mit den Arbeitsbedingungen in Zusammenhang stehen.

    Allein im Bereich der Air Force gibt es rund fünfhundert (500!) offene BEM – Fälle.

    Gesucht wird dabei nach den Auslösern für diese Erkrankung. Um die Ursache der Erkrankung zu ergründen kann es dabei notwendig sein, dass der betroffene Mitarbeiter sich von einem Betriebsarzt freiwillig untersuchen lässt. Nachdem die Ursachen geklärt sind, wird im zweiten Schritt nach zielgerichteten Maßnahmen für eine Veränderung gesucht.

    Hier gibt es ein großes Spektrum von Maßnahmen, die ergriffen werden können, um die Krankenzeiten zu reduzieren. Diese Maßnahmen können von der Beantragung einer Kurmaßnahme, der Veränderung des Arbeitsplatzes (z. B. Ausstattung mit einem Stehpult oder spezieller Computermaus), der Verpflichtung zu einem Gespräch bei einem Reha-Berater der Rentenversicherung bis zu einer Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz gehen.

    Diese Größenordnung legt eine besondere berufliche Belastung nahe und liegt weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Tätigkeitsbereiche.

    Betriebe, die ein BEM durchfuhren, kommen nicht nur ihrer rechtlichen Verpflichtung nach, sie haben darüber hinaus auch einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen. Durch den Erhalt der Arbeitskraft von qualifizierten Mitarbeitern werden auch die Kosten für Einstellung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter vermieden. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels kann dies ein unschätzbarer Vorteil sein, weil es die Dienststellen zukünftig immer schwerer haben werden, geeignete Fachkräfte zu finden. Weitere Vorteile für die Dienststellen und Betriebe sind geringere Lohnfortzahlungskosten aufgrund der Vermeidung von Fehlzeiten, eine höhere Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb, eine Verbesserung der Motivation der Mitarbeiter sowie  eine Verbesserung des Betriebsimage. Es bleibt viel zu tun !