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    Anforderungen an die amtliche Statistik

    Europäische und nationale Anforderungen an die amtliche Statistik

    Der Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft veröffentlichte kürzlich ein interessantes Thesenpapier, welches in jeder Hinsicht für uns Statistiker von Bedeutung sein dürfte. Die ver.di Personalräte der Statistischen Ämter von Bund und Länder haben sich auf ihrem Seminar Mitte Mai mit einigen darin aufgeworfenen Fragestellungen befasst. Als Referentin stand dazu die Abteilungsleiterin im Statistischen Bundesamt für Strategie und Planung und internationale Beziehungen, Kollegin Sibylle von Oppeln-Bronikowski zur Verfügung.

    Sibylle von Oppeln-Bronikowski, Abteilungsleiterin
im Statistischen Bundesamt ver.di Sibylle von Oppeln-Bronikowski, Abteilungsleiterin im Statistischen Bundesamt

    Sie ging in ihrem Referat insbesondere auf drei Schwerpunkte ein, die unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche amtliche Statistik haben. Erstens die verschärften Qualitätsanforderungen an die erhobenen Daten, insbesondere im Bereich der Finanzstatistiken, zweitens die größere Flexibilität im Bereich der Unternehmensstatistiken durch eine veränderte rechtliche Rahmensetzung, die es ermöglichen soll, unkompliziert und schnell auf geänderte Nutzerbedarfe zu reagieren und drittens auf den Reformprozess des Bundesstatistikgesetzes zur Fortentwicklung der amtlichen Statistik, wo der Statistische Beirat Ende 2012 mit insgesamt 40 Empfehlungen eine solide Grundlage in die richtige Richtung gelegt hat. Themenfelder hier sind insbesondere die verstärkte Nutzung von Verwaltungsdaten, die erweiterte Möglichkeit der Datenverknüpfung, die flexiblere Anordnung von Erhebungen, sowie eine grundlegende Anpassung an die geänderte europäische Rechtslage.

    Inzwischen sind auf diesem Gebiet Fortschritte zu vermelden. Das Bundesministerium des Innern hat eine entsprechende Ministervorlage erarbeitet, die vom Bundesinnenminister gebilligt wurde. In Kürze sollen der interministerielle Ausschuss Statistik, sowie die dienstaufsichtsführenden Behörden darüber informiert werden. Wie sich danach der Diskussionsprozess gestalten wird, welche Widerstände auftreten und wie lange ein mögliches Gesetzgebungsverfahren andauern wird, bleibt abzuwarten. Dennoch besteht Grund zum vorsichtigen Optimismus.

    Text: Thilo Börner